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Nik Weis St. Urbans-Hof, Deutschland, Mosel | Wein online kaufen, Weißwein, Rotwein, Roséwein, Biowein, Sekt, Prosecco, Champagner, Spirituosen

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Nik Weis, Mosel


Trocken schmeckende Weine

Schiefer Riesling Gutswein, 2015

Deutschland, Mosel

11,30 €
15,07 €/Liter

Saar-Hara Riesling Saar Gutswein, 2017

Deutschland, Mosel

13,70 €
18,27 €/Liter

Saarfeilser Große Lage, 2015

Deutschland, Mosel

21,99 €
29,32 €/Liter

Fruchtig, restsüß schmeckende Weine

Piesporter Goldtröpfchen Kabinett Große Lage, 2015

Deutschland, Mosel

15,90 €
21,20 €/Liter

Piesporter Goldtröpfchen Auslese Große Lage, 2006

Deutschland, Mosel

33,95 €
45,27 €/Liter

Ockfener Bockstein Kabinett Große Lage, 2016

Deutschland, Mosel

15,90 €
21,20 €/Liter

Weingut Nik Weis, ST. URBANS-HOF, Mosel 
Eine Entdeckungsreise an die Mosel 

St. Urban gilt als der Weinheilige schlechthin, denn er soll als Wetterheiliger gegen Frost, Hagel, Blitz und allen Unwetter schützen. Vor allem die Reben und die Weinberge werden unter seine Obhut gestellt. Er ist auch der letzte Eisheilige.

Nomen est Omen dachte sich Nicolaus Weis anno 1947, als er, der Ökonomierat, sein Weingut in Leiwen an der Mosel gründete und sein Weingut nach dem heiligen St. Urban benannte.

In dritter Generation führt dieses Weingut seit 1997 sein Enkelsohn, Nikolaus, genannt Nik Weis zu höchstem Qualitätsstufen und es hieße Eulen nach Athen zu tragen, dieses mit allem Weinehren ausgezeichnete Weingut an der Mosel heute noch irgendjemandem vorstellen zu müssen.

Doch wir wollten es mal wieder genau wissen. Wenn schon der heilige St. Urban selber seine heiligen Hände im Spiel hat, dann wollten wir direkt erfahren, ob es nur dieser seeligen Aura zu verdanken ist, dass bei Nik Weis scheinbar alles besonders gut zu funktionieren scheint.

Wir trafen Nik Weis an einem sehr kalten, aber sonnigen Januartag und fuhren mit diesem überaus charmanten und weinbeseelten Rieslingfanatiker durch dessen am St. Urbans-Hof benachbarten Weinlagen, dem Leiwener Laurentiuslay, Piesporter Goldtröpfchen und dem Mehringer Blattenberg.

Nik Weis Mosel Weitere Lagen befinden sich an der Saar, Saarfeilser Marienberg, Wiltinger Schlangengraben und dem weltberühmten Ockfener Bockstein.

Nik Weis erzählt später bei einer zünftigen Brotzeit von seinen Anfängen und seiner respektvollen Liebe zu seinem namensgleichen Großvater (Ökonomierat Nik Weis), dessen Meriten er nicht müde wird immer wieder aufzuzählen.

Als er 1997 die Verantwortung im Weingut übernahm hatten es Moselweine sehr schwer in Deutschland. Er entschied sich somit seine Weine weltweit zu verkaufen und baute sich ein Händlernetz in Europa, Amerika und Asien auf und schaffte es mit viel Fleiß, sich in der internationalen Weinwelt einen Namen zu machen.

Noch heute könnte er seine Weine komplett im Export verkaufen, wenn er sich nicht auch Deutschland und seinen heimischen Rieslingkehlen verpflichtet fühlen würde. Somit fing er auch in den letzten Jahren damit an, sich von einer Exklusivvertretung seiner Weine in Deutschland zu verabschieden und seine Weine selbst zu vermarkten.

Der Erfolg ließ auch hierzulande nicht lange auf sich warten. Eichelmann ernannte Nik Weis grade in seiner 2017er Ausgabe zum Winzer des Jahres, um nur die jüngste Ehrung aufzuzählen.

Nik Weis beginnt in seinem Vortrag mit einer Plattitüde:

"Ich will Weine mit Charakter machen“. Wer nicht?, dachten wir uns schon etwas listig, doch er umrahmte seine Aussage noch gekonnt mit ein paar Alleinstellungsmerkmalen:

"Ich mache keinen Riesling. Ich mache Mosel. Riesling auf diesen Böden kann nur die Mosel, und das ist in der ganzen Welt ein USP.“

Was ihn antreibt ist die gewollte Unterschiedlichkeit.

"Schauen Sie, ich mache ca. 25 verschiedene Rieslinge aus verschiedenen Lagen und verschieden ausgebaut und mir ist es ein Bedürfnis, dass die Weine die Eigenheiten der verschiedenen Lagen wiederspiegeln und dadurch eine Wiedererkennbarkeit erfahren. Riesling ist nicht gleich Riesling“.

Die Philosophie des Hauses wird dann auch nicht versteckt und den heiligen St. Urban wird es erfreut haben, dass diese Botschaft in bestem Küchenlatein sogar auf die neuen, modernen Etiketten gedruckt wurde:

"Con natura, non invicem“ (mit der Natur, nicht gegen sie) und es scheint als ob die kleinen Tauben im Zentrum des Logos mit dieser Botschaft in die Welt hinausfliegen wollen.

Nik Weis möchte keine "Orgelpfeifenkollektion“, die dem Kunden immer Gleiches präsentiert sondern einen jeweils unterschiedlichen Fingerabdruck der Böden und der jeweiligen Natur des Jahrgangs transportiert wissen.

Nik Weis, Mosel Nik Weis, Mosel















In den Weinbergen selber favorisiert dieser Tausendsassa eine Altersvarianz der Rebstöcke, d.h. zusammen mit Kellermeister Rudolf Hoffmann kultiviert er am St. Urbanshof eine Art Mehrgenerationenweinberg, wo ältere Reben, wenn sie absterben (und erst dann) von jungen Reben ersetzt werden. Dadurch hat er eine Altersvielseitigkeit im Weinberg und ist es so, als ob die jungen Reben bei den älteren Reben zur Schule gehen würden um zu lernen, wie man möglichst schnell den Rieslingfanatiker Nik Weis mit besten Ergebnissen zufrieden stellen kann.

Mich selber umschleicht in diesem Moment eine Gänsehaut, ob  dieses gelebten respektvollen Umgangs selbst mit den kleinsten Bestandteilen dieser Kollektion.

Bei der aktuellen Diskussion um Weinverschlussstrategien parkt sich Nik Weis elegant in die Mitte. Bei seinen Ortsweinen liebt er es, wenn dem Konsument der Genuss des Weines sehr schnell möglich gemacht werden kann und schwört hier auf Stelvinverschlüsse, wenngleich er bei seinen Lagenweinen lieber die Passion gestalten will, einen guten Wein langsam zu öffnen und diesen feierlicher zu öffnen. Hier sieht er mehr den Naturkork im Fokus und liefert direkt ein dem Haus-CI entsprechenden Luxuskellnermesser mit dazu.

Es macht einfach nur Spaß, diesem Weltenbummler und absoluten Weinexperten zuzuhören. Er trifft bei uns den berühmten Nerv, grade dann, als selbst er, der jahrelang im Vorstand des VDP gearbeitet hat, zugeben muss, dass die aktuelle Lagenbezeichnungen und Qualitätsbezeichnungen des VDP eher verwirren als dass sie den Menschen helfen zu verstehen, was in der Flasche sein muss.

Sein Konzept sieht vor, dass man gerne bei der alten Prädikatsbezeichnung hätte bleiben sollen und somit auch mal eine trockene Auslese auszeichnen zu dürfen und ergänzend dann eine Lagenbezeichnung im Sinne einer Großlage auszuzeichnen.

Dieser Kritik schließen wir uns konsequent an, ist es doch weder in der Bourgeoisie noch im Volk irgendwem zu vermitteln, wo der Unterschied zwischen einem GG (Großes Gewächs)und einer GL (Große Lage) genau besteht.

Die Weine des Hauses sind schlichtweg genial. Auf den Punkt gebracht ist es vor allem die "Trinkigkeit“ der Tropfen, oder besser ausgedrückt der Trinkfluss, der wie der berühmte kristallklare Gebirgsbach der weinverwöhnten Kehle Freude macht und dabei, wie vom Hausherren gewünscht, immer wieder in einem anderen Kleid erscheint.

Die Kleider der Flaschen hat Nik Weis vor wenigen Jahren runderneuert, in dem er auch hier konsequent die trocken, schmeckenden Weine mit einem weißen Label geschmückt hat und die fruchtigen mit einem traditionellen schwarzen.

Unsere Degustationsnotizen füllten Seiten und sind hier nicht Bestandteil des Reiseberichtes, aber ein Bild darf noch in die Welt herausposaunt werden:

Diese wahnsinnige Mineralität der Weine.

Nik Weis spricht hier von einem Margarithaeffekt in Gedenken an diesen Weltcocktail mit dem Salzrand. In der Tat ist es so, als ob die Gläser beim Genuss vorher mit einem Salzmantel benetzt wurden. Zusammen mit der rieslingeigenen Frucht und der typischen Moselrieslingsäure, erreichen die Weine das, was St. Urbans-Chef Nik Weis als die drei meisterstrebenswertesten Qualitäts-B’s bezeichnet:

Balance, Balance, Balance.

Begeistert, beseelt und beglückt verließen wir im Dunkeln diesen weinheiligen Ort, den der heilige St. Urban mit Recht zu seinem Heimathafen auserkoren zu haben scheint.